5909-301 - Altlayer Bachtal | Fauna-Flora-Habitat-Gebiete in RLP

Steckbrief zum FFH-Gebiet

5909-301 - Altlayer Bachtal link-logo Karte

Größe[ha]:

2.168

Landkreise und kreisfreie Städte:

Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-Kreis

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:

Kirchberg (Hunsrück), Zell (Mosel)

Gebietsbeschreibung:

Das Altlayer Bachtal ist ein Seitental der Mosel und ein Kernbereich trocken-warmer (xerothermophiler) Biotope im Biotopsystem Moseltal. Der Altlayer Bach und seine Nebentälchen fließen in tief eingeschnittenen Kerbtälern, die den Westhang des Hunsrücks in vielfältiger Weise gliedern. Bezeichnend für dieses Gebiet sind die Waldgesellschaften. Insbesondere sind die strukturreichen Schlucht- und Hangmischwälder hervorzuheben, die hier in einzigartiger Flächengröße anzutreffen sind. Südexponierte Hänge hingegen sind Standorte von trockenen Gesteinshaldenwäldern. Diese Waldgesellschaften sind wegen ihrer Flächengröße und ihres Strukturreichtums von bundesweiter Bedeutung.

Weitere Besonderheiten des Gebietes sind die zahlreichen Stollen, die durch Schiefer-, Blei-, Zink- und Erzabbau entstanden sind. Hier konnten bisher 9 verschiedene Fledermausarten festgestellt werden. Die sehr seltene und hoch spezialisierte Mopsfledermaus beispielsweise kann hier im Gegensatz zu sonstigen Bereichen von Rheinland-Pfalz noch regelmäßig nachgewiesen werden.

Auch Arten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie wie der Schwarzspecht und besonders das Haselhuhn sind im Gebiet  anzutreffen. Die Haselhuhnpopulation in den Niederwäldern und lichten Schlucht- und Hangmischwäldern ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand besonders individuenstark ausgebildet.

Lebensraumtypen (Anhang I):

3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas
8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
8230 Silikatfelsen mit ihrer Pioniervegetation (Sedo-Scleranthion, Sedo albi-Veronicion dillenii)
9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum)
* 9180 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)
* 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno padion, Alnion incanae, Salicion albae)

* = Prioritärer Lebensraumtyp

Arten (Anhang II):

Säugetiere

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
Großes Mausohr (Myotis myotis)

Fische und Rundmäuler

Groppe (Cottus gobio)

Pflanzen

Prächtiger Dünnfarn (Trichomanes speciosum)

* = Prioritäre Art

Bewirtschaftungsplanung:

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Literatur:

AK Fledermausschutz Rheinland-Pfalz (1994): Programm zur Umsetzung des Fledermausschutzes in Rheinland-Pfalz gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Oppenheim. Unveröff. Gutachten.

LfUG; FÖA (1993): Planung Vernetzter Biotopsysteme. Bereich Landkreis Cochem-Zell. Ministerium für Umwelt Rheinland-Pfalz, Mainz und Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, Oppenheim (Hrsg.). 216 pp., Anhänge, Karten.

Stand: 18.02.2016