5805-302 - Birresborner Eishöhlen und Vulkan Kalem | Fauna-Flora-Habitat-Gebiete in RLP

Steckbrief zum FFH-Gebiet

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Größe[ha]:

112

Landkreise und kreisfreie Städte:

Vulkaneifel

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:

Gerolstein

Gebietsbeschreibung:

Die fünf Birresborner Eishöhlen sind durch Gesteinsabbau im Innern des Fischbach-Vulkans entstanden. Bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden aus diesen vulkanischen Steinen Mühlsteine für die Papier- und Lohmühlen hergestellt. Das Wasser dringt durch die porösen Schlacken in die Höhlen ein. Dort gefriert es durch die entstehende Verdunstungskälte zu Eiszapfen, die den Charakter der Höhlen bis in den Sommer hinein prägen. Wegen der Anordnung der Höhlenausgänge nach oben kann im Sommer die leichtere Warmluft nicht in die Höhlen eindringen.

Die Eishöhlen haben eine lang zurückreichende Bedeutung als Balz- und Winterquartier für Fledermäuse, besonders für wandernde Fledermausarten wie die Teichfledermaus. In den Höhlen wurden bisher 11 Fledermausarten nachgewiesen, eine weitere Art, der Große Abendsegler, nutzt die angrenzenden Wälder als Lebensraum.

Der Schlackenkegel an der früheren Ausbruchstelle des Vulkans ist heute von altholzreichen Laubwäldern bedeckt. Die Felsen und Blockschutthalden sind von Schlucht- und Hangmischwäldern geprägt. Die nördlich angrenzende Aue des Fischbaches weist ein buntes Mosaik von wechselfeuchten Grünlandgesellschaften, Quellfluren, Nasswiesen, Hochstaudenfluren sowie artenreiche, buntblühende magere Wiesen mit Borstgrasrasenfragmenten auf. Der Fischbach wird von einem galerieartig ausgebildeten Eschen-Erlen-Auenwald gesäumt.

Der Vulkan Kalem ist ein altpleistozäner Schichtvulkan. Auf der Höhe wächst ein Eichen-Hainbuchen-Niederwald. Außerdem kommen hier Blockhalden vor. Die Hänge sind durch Grünlandbrache und alte Ackerterrassen gekennzeichnet.

Lebensraumtypen (Anhang I):

6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas
* 8160 Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas
8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
8230 Silikatfelsen mit ihrer Pioniervegetation (Sedo-Scleranthion, Sedo albi-Veronicion dillenii)
8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen
9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)
* 9180 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)

* = Prioritärer Lebensraumtyp

Arten (Anhang II):

Säugetiere

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
Teichfledermaus (Myotis dasycneme)

* = Prioritäre Art

Bewirtschaftungsplanung:

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Literatur:

AK Fledermausschutz Rheinland-Pfalz (1994): Programm zur Umsetzung des Fledermausschutzes in Rheinland-Pfalz gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Oppenheim. unveröff. Gutachten.

Meyer, W. (1994): Geologie der Eifel. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart. 3. Aufl. 618 pp. und Karten.

Stand: 18.02.2016